Hakuna Matata…and when Matata comes, it goes away!
Meine Abenteuerreise in den Norden Kenias begann am 23. April . Frueh morgens kamen Simon, Jana, Charlotte und ich in nairobi an, wo wir uns sogleich auf den Weg nach Nakuru machten. Dort angekommen suchten wir uns zunaechst eine Unterkunft und spazierten schnschliessend ein wenig durch die Stadt. Abends trafen wir dann auf Lucy und Franzi, die in Nakuru ihre Reise durch den Westen Kenias beendeten. Am naechsten Tag hiess es dann auch schon wieder “Kwa heri Nakuru” und “Kwa heri Franzi”, denn wir wollten weiter zum Lake Baringo und Franzi musste zurueck in ihr Projekt.
Nach wenigen Stunden kamen wir dann am Lake Baringo, im Kampi ya Samaki (Fischcamp), an. Es handelte sich dabei um ein sehr beschauliches, ruhiges Doerfchen und nachdem wir ein Guest House mit Froeschen im Bad und vielen Grillen gefunden hatten, machten wir uns auf den Weg zum See. bereits nach einer Minute am Ufer des Sees begegnete uns das erste Krokodil und wir stellten uns die Frage, ob eine Bootstour wirklich eine so gute Idee sei. Letztendlich entschieden wir uns natuerlich fuer die Bootstour , vor allem da unser netter und engagierter “Kapitaen” uns versicherte, dass es am Lake Baringo nur freundliche Krokodile gibt
. Die Fahrt war dann auch wirklich sehr schoen und wir konnten sogar beobachten, wie unser “Kapitaen” einen Seeadler und ein Krokodil (Sissi) mit Fisch fuetterte. Ausserdem machten wir eine Pause auf einer kleinen Insel und machten uns dann bei etwas staerkeren Wellengang auf den Weg, zurueck zum Ufer. Dort angekommen versuchten wir vergeblich eine Mitfahrgelegenheit nach Maralal zu finden, sodass wir uns gezwungen sahen am naechsten Tag zunaechst wieder zurueck nach Nakuru zu fahren und es von dort aus zu probieren. Gelohnt hat es sich dank der Bootstour aber trotzdem und wir konnten abends sogar noch ein wenig Fisch essen und bekamen von einer Frau einen schoenen Ratschlag, der nun diesem Artikel als Ueberschrift dient (dt.: Keine Probleme…und wenn die Probleme kommen, gehen sie wieder!).
Am 25. April machten wir uns dann frueh morgens (6 Uhr) auf den Weg zurueck nach Nakuru, wo wir sogar sofort ein Matatu nachMaralal erhaschten. Die Fahrt war ziemlich lang , da wir noch ueber Nyahururu fuhren und die Strassen immer schlechter wurden. Nun ging es damit los, dass wir mehrere Stunden durch die Savanne fuhren, ohne auf eine Siedlung oder eine Menschenseele zu treffen. Wir hatten auf jeden fall schon einmal viel Spass und konnten uns daran gewoehnen die Koepfe einzuziehen und uns gut festzuhalten um blaue Flecken zu vermeiden. In Maralal angekommen (bekannt aus “Die weisse Maasai”) folgte die uebliche Prozedur (Unterkunftssuche) und wir sahen uns die sehr interessante Stadt an. Hier war auch die letzte Moeglichkeit fuer uns Geld abzuheben und auch oeffentliche Verkehrsmittel sollten von nun an rar werden bzw. uns ueberhaupt nicht mehr zur Verfuegung stehen. Was unsere Freizeitgestaltung betrifft besuchten wir das oertliche “Hard Rock Cafe” mit leckeren Mandazi, aber leider ohne T-Shirts
. Am naechsten Morgen, dem 26. April, waren wir wieder frueh morgens auf den Beinen und hielten jeden Landrover und Truck an, der uns ins Auge sprang, um eine Mitfahrgelegenheit in Richtung Lake Turkana zu finden. Nach zahlreichen Misserfolgen uns vielen hilfsbereiten Kenianeren, die viel versprechen und eigentlich keine Ahnung haben, entschieden wir uns dann doch noch fuer einen Bus, der uns nach Baragoi bringen sollte. Die merkwuerdigen Mzungus liessen zudem nicht locker, bis sie letztendlich auf dem Dach des Busses mitfahren durften. Das war vielleicht ein Spass! Auf den ganzen Gepaeckstuecken war es dann auch recht gemuetlich und die Aussicht war einfach grandios. Wir warteten vergeblich auf den Anfang der Wueste und fuhren Berge hinauf und blickten in das vollkommen gruene Tal. Das Tal war von vielen Bergen umgeben und fast im Nebel verschwunden. Um unsere Sicherheit mussten wir uns auch nicht sorgen, denn direkt neben uns sass ein Soldat mit seinem Maschinengewehr und an den angeblich gefaehrlichen Stellen gab es sogar Wachposten. Da stellten wir uns allerdings die Frage, warum die Diebe hier so dumm sind und die Passanten immer an der gleichen Stelle ueberfallen. Auf jeden Fall haetten wir an diesem Tag unser geld noch nicht in Socken, BH etc. verstecken muessen, rechneten wir doch schon fast damit waehrend unserer Reise einmal ueberfallen zu werden. nachdem wir noch ein kleines Samburu Dorf passiert hatten, kamen wir dann nachmittags in Baragoi an. Dort trafen wir auch auf den Pastor “Big Fish”, der ungefragt zu unserem Fremdenfuehrer mutierte und uns mit seinem nicht endenden Redeschwall fast in den Wahnsinn trieb. So erfuhren wir zumindest, dass er nach 5 Jahren Drogenvergangeneheit letztendlich zu Gott gefunden hatte und nun jedem Menschen seine Hilfe anbot, ob dieser wollte oder nicht. An dieser Stelle muss ich hinzufuegen, dass wir fast in jeder Stadt automatisch einen solchen Guide hatten, der uns ueberall hin folgte und nicht verstand, dass wir uns in den kleinen Orten gerade so noch selbst zurechtfinden koennen. Oftmals versuchten sie auch sich von uns bezahlen zu lassen und wir hatten zudem ein interessantes Erlebnis mit einem anderen Guide aus Baragoi, der mit uns den ganzen Abend lang in einem Hoteli am Tisch sass, kein Wort mit uns wechselte und sich zum Schluss sein Bier von uns bezahlen lassen wollte. Dieser Traum platzte fuer ihn dann jedoch ziemlich schnekll
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Am 27. April verbrachten wir dann den ganzen Tag damit auf eine weitere Mitfahrgelegenheit zu warten. Die Zeit vertrieben wir uns damit Karten zu spielen oder zu lesen. dabei waren wir die ganze zeit ueber von ca. 20 Samurus umringt. Ob jung oder alt, alle beobachten uns neugierig und waren anscheinend von den kartenspielenden Mzungus sehr fasziniert. Eine aeltere Frau meinte dann auch noch ihren Vater auf einem Bild in Janas Reisefuehrer zu erkennen (”Baba yangu!”), was zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Eine weitere beobachtung unsererseits betraf die Freizeitgestaltung der Samburu. Die meissten sassen einfach den ganzen Tag, genau wie wir, an der Strasse, hatten die Ruhe weg und machten absolut nichts. Viel zum Leben brauchen sie anscheinend nicht und koennen sich wahrscheinlich groesstenteils selbst versorgen, oder werden von Verwandten aus groesseren Staedten unterstuetzt. Anders kann ich mir nicht vorstellen wie sie ihre Familien ernaehren…
Am Nachmittag hat es dann ploetzlich angefangen zu schuetten und wir stellten uns schon auf eine weitere Nacht in Baragoi ein, als dann doch noch ein landrover kam, der uns nach South Horr mitnehmen wollte. Die Fahrt wurde aufgrund der vorherigen Regenfaelle ein wenig herausgezoegert, da ein anderes Fahrzeug im Flussbett steckengeblieben war und nun alle versuchten das Gefaehrt aus der misslichen Lage zu befreien. Letztendlich fuhren wir jedoch doch los, ohne das fahrzeug befreit zu haben und konnten wieder einmal die atemberaubende Landschaft bestaunen. Die endlose weite ist einfach immer wieder beeindruckend, vor allem wenn dann urploetzlich riesige Berge aus der kahlen Savanne herausragen. Waehrend der Fahrt trafen wir zudem auf einen Lkw, dem das benzin ausgegangen war und dem wir leider auch nicht weiterhelfen konnten
. Bei Dunkelheit kamen wir dann spaeter in South Horr an, eine Siedlung von der wir sofort sehr beeindruckt waren. Um dorthin zu gelangen hatten wir zuvor grosse, ausgetrocknete Flussbetten durchquert und befanden uns nun in einem kleinen gruenen Tal, welches von felsigen Bergen umgeben war, deren Spitzen in den Wolken hingen. Es sah sehr mystisch aus und erinnerte mich ein wenig an “Herr der Ringe” oder auch “Avatar”. Unser Guest House war dann sehr urig und nachdem Simon Charlottes Mitbewohner, einen kleinen Skorpion, getoetet hatte , konnten wir auch alle beruhigt schlafen.
Der 28. April stand wieder ganz im Sinne des Wartens. Die Zeit vertrieben wir uns damit das einseitige Essen (Chapati und Chai) zu verfluchen, ein wenig herumzulaufen, Karten zu spielen und Lucy von ihren Rastazoepfen zu erloesen. letztendlich stellte sich heraus, dass unsere Bekanntschaft mit “Big Fish” aus Baragoi doch recht vorteilhaft fuer uns war. Spaet abends kam er mit einem Truck und wir hatten die Moeglichkeit nach Loiyangalani, zum Lake Turkana, mitzufahren. Wir kletterten also in der Dunkelheit auf den Truck und machten es uns auf den Eisenstangen und der Lkw Plane so gut es ging gemuetlich, krallten uns irgendwio fest und schon ging es los. Es war meine erste Fahrt mitten auf dem dach eines Lkws und ein grosser Spass, den ich nicht missen moechte. Staendig mussten wir befuerchten mit dem Truck im Matsch steckenzubleiben oder uns vor herabhaengenden, dornigen Aesten in Sicherheit bringen. Irgendwann wurde mir jedoch kalt und ich war muede, sodass ich hinabauf die Ladeflaeche kletterte und es mir auf ein paar Saecken gemuetlich machte und ein wenig schlief. Um ca. 3 Uhr nachts wurde ich dann von “Big Fish” geweckt, wir waren in Loiyangalani angekommen. Dort war es ziemlich warm und trotz der Dukelheit konnte man ueberall den sandigen Boden und Palmen erkennen. Um ca. 4 Uhr fielen wir dann alle in einem Camp in unsere Betten. Wir schliefen in Huetten, die aus Palmenblaettern bestanden und der Boden war aufgrund des Regens leider recht matschig. Auch sonst war das Camp recht dreckig, sodass wir uns am naechsten Morgen auf die Suche nach einer anderen Unterkunft machten. Die Rhino Womens Group hatte 4 Huetten, ebenfalls aus Palmenblaettern und wir waren sofort begeistert. Die Huetten waren wirklich sehr gemuetlich und es war vor allem sehr viel sauberer, trockener und guenstiger! Die Turkana Frauen waren zudem aeusserst nett und sehr bemueht. Es gab dort sogar eine “Dusche von oben” und eine Loch- Toilette, die ebenfalls von Palmenblaettern umgeben waren. Zunaechst statteten wir dann dem “Cold Drinks Hotel” einen Besuch ab, um unseren Magen zu fuellen. Die Beschreibung des Reisefuehrers traf auf dieses Hoteli dann auch ziemlich gut zu. Es gab dort wohl das beste Essen in Loiyangalani (Pancakes und Eier!!!), wenn auch etwas einseitig (Reis mit Bohnen) und war fuer kenianische Verhaeltnisse ziemlich teuer. Zudem taeuscht der name gewaltig, denn kalte Getraenke gibt es nur gegenueber
. Den Rest des Tages verbrachten wir damit durch die beeindruckende Steinwueste zum Lake Turkana zu laufen. Dabei folgte uns die ganze Zeit ein Turkana Maedchen, die aber leider nicht mit uns sprach bzw. uns wahrscheinlich einfach nicht verstand. Eigentlich sollte es am Lake auch die groesste Krokodil- Population Kenias geben, aber wir haben waehrend unseres Aufenthalts kein einziges Krokodil entdecken koennen. Unser Umweg zum Lake Baringo hat sich also im Nachhinein also noch mehr gelohnt.
Am naechsten Tag wollten wir dann eigentlich mit einem Boot zum South Island National Park uebersetzen, allerdings war dies letztendlich aufgrund der stuermischen See nicht moeglich. Zunaechst wollten wir noch mit Motorraedern nach El Molo fahren, um dort zumindest eine kleine Bootstour zu machen. Als wir dann jedoch erfuhren, dass man fuer das kleine Dorf Eintritt bezahlen muss war es uns dann doch nicht wert. Stattdessen verbrachten wir den Tag wieder mit Lesen und Kartenspielen und wir hatten die Moeglichkeit die Turkana ein wenig zu beobachten. Im Norden tragen wirklich alle Staemme noch ihre traditionelle Tracht und die Samburu und Turkana sehen wirklich wunderschoen aus. Die Maasai wirken eher blass dagegen. Ihre Kleidung besteht aus vielen bunten Tuechern (Khangas), die Maenner tragen Huete mit federn die an Tiroler erinnern und die Frauen haben in der Mitte des Kopfes geflochtene Zoepfe, waehrend die seiten kahl geschoren sind. Ausserdem tragen sie sehr viel Schmuck wie Halsketten, Armbaender und Ohrringe. An den Ohrringen kann man sogar erkennen, ob die Frauen verheiratet sind oder nicht. Waehrend die Singles nur normale Ohrringe tragen, haben die Verheirateten noch einen zweiten Ring innerhalb des Ohrringes.
Am 30. April setzten wir uns dann wieder an die Strasse und warteten auf eine Mitfahrgelegenheit nach Marsabit, um uns langsam wieder in Richtung Nairobi zu begeben. Dieses Mal hatten wir sofort Erfolg und ein Truckfahrer versprach uns, uns am Nachmittag mitzunehmen. Sicherheitshalber verbrachten wir denVormittag aber trotzdem direkt vor dem Truck und vertrieben uns die Zeit wie ueblich. Nach einiger Zeit bekamen wir ploetzlich Zuwachs von zwei anderen deutschen Freiwilligen, Sabeth und Niklas. Die Beiden sind fuer ein halbes Jahr in Mombasa stationiert und verfolgten die gleiche Reiseroute wie wir. Allerdings steckten sie nun in einer etwas ungluecklichen Lage, denn sie hatten kein Geld mehr und hatten zuvor nicht gewusst, dass es nach Maralal keine Moeglichkeit mehr gibt Geld abzuheben. So schlossen sich die Beiden uns gezwungener Massen an und liehen sich von uns das Geld um nach Marsabit zu kommen. Um 16 Uhr ging es dann endlich los. Kaum war ich auf den Truck geklettert fuhren wir auch schon, ohne Ruecksicht auf Verluste, los und ich konnte mich gerade noch so festklammern. Aufgrund der, diesmal sehr hohen, Geschwindigkeit und der schlechten Wege (Steinwueste!!!) war es aber wieder ein grosser Spass und vor allem eine sehr staubige Angelegenheit. Wir hatten dort oben eine tolle Sicht auf den Lake Turkana und als wir auf einen liegengebliebenen Truck stiessen nutzten Simon und Niklas die Gelegenheit zu einem kleinen Bad im See. Ansonsten konnten wir wieder die unglaubliche Weite geniessen und stiessen immer wieder auf kleine Siedlungen die wieder aus Palmenblaettern und Plastik bestanden. Was an der Reise von Nakuru bis Marsabit besonders interessant war, war die sich staendig veraendernde Landschaft. Feuchtsavanne, Trockensavanne, Dornsavanne, Steppe, Sand- und Steinwueste – alles war dabei. Auf dem Weg nach Marsabit begegneten wir zudem auch wieder vielen kleinen Tieren wie zum Beispiel Hasen und Dik Diks, die wir leider auch manchmal ueberfuhren
. Die Fahrt wurde fuer die Nacht dann jedoch noch in Kargi unterbrochen und waehrend Jana und Lucy sich im Guest House einquartierten, verbrachten Simon, Niklas, Sabeth, Charlotte und ich die Nacht im Truck. Ich machte es mir mal wieder so gut wie moeglich auf 2 Saecken gemuetlich und versuchte zu schlafen. Um Mitternacht, ich hatte noch kein Auge zugemacht, fing es dann leicht an zu regnen. Nachdem Charlotte und ich vergeblich versucht hatten, die anderen davon zu ueberzeugen, die grosse Plane ueber den Truck zu spannen hoerte es dann tatsaechlich auch wieder auf und ich konnte etwas schlafen. Um ca. 2 Uhr nachts fing es dann allerdings wieder an etwas heftiger zu regnen und es war durch den Wind sehr kuehl geworden. Ich trug nur einen langen Rock und ein duennes Top und suchte mir zunaechst erstmal mein Fleece und meine Regenjacke aus meinem Rucksack heraus. Danach half ich den anderen dabei letztendlich doch noch die Plane ueber dem Truck zu spannen. Dabei hatten wir netterweise Hilfe von ein paar Kenianern, die uns wohl die ganze Nacht ueber beobachtet haben
. Nach dieser Aktion konnte ich dann endlich wieder schlafen und wir wurden erst um 6 Uhr morgens wieder von den Arbeitern geweckt. Charlotte, Sabeth, Simon und ich machten uns dann zunaechst auf die Suche nach einem Hoteli und einer Toilette. Als wir zurueckkamen sahen wir den Truck mit unserem gepaeck und Niklas nur noch davon fahren. So hiess es erstmal ziemlich geraedert warten und in Ruhe fruehstuecken. Um kurz vor 11 Uhr (eigentlich hiess es 8 Uhr) kam der Truck dann endlich wieder. Er war zwischenzeitlich mit Sand beladen worden und es ging mit ca. 40 anderen Turkanern auf, Richtung Marsabit. Ganz oben auf dem Dach war die rasante Fahrt noch recht angenehm, aber bald musste ich mit den anderen in die Ladeflaeche klettern, wo wir den Rest der Fahrt im sand durch die Gegend purzelten und ab und zu leise Schmerzensschreie von uns gaben und viel Zeit zum jammern hatten
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Vollkommen verdreckt kletterten wir in Marsabit, der gruenen Oase inmitten der Wueste, aus dem Truck und begaben uns mal wieder auf Unterkunftssuche. Wir entschieden uns diesmal fuer das wohl widerlichste “Guest House” aller Zeiten, aber immerhin hatte ich die Moeglichkeit mich mit Hilfe einer Schale Wasser von dem ganzen Dreck zu befreien. Eine wunderschoene braune Suppe tropfte aus meinen Haaren… Genug Zimmer fuer uns 7 Personen hatten sie leider auch nicht, sodass ich mir mit Lucy ein Bett teilte. Zu dem Zeitpunkt war mir aber auch alles egal, ich wollte nur Wasser, einen Schlafplatz und etwas zum Essen. Wir erkundeten dann noch ein wenig die Stadt, wurden auf dem Marktplatz, als Jana und Lucy Fotos machen wollten, mit Obstschalen beworfen und assen seit langem mal wieder richtig leckere Spaghetti mit Tomatensauce
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Die folgende Nacht war dann nicht so berauschend. Da es sich beim Guest House eher um eine Bar mit Schlafmoeglichkeiten handelte, war es sehr laut. Das Bett war fuer Lucy und mich einfach zu schmal und zu allem Ueberfluss bekam ich auch noch Schuettelfrost. Zunaechst dachte ich noch ich habe mich einfach ein wenig verkuehlt, aber im Laufe der Nacht hatte ich dann wirklich alle Symptome, die auf Malaria scliessen lassen. Lucy hat dann ein wenig Krankenschwester gespielt und dank ihrer Tablette konnte ich auch noch ein paar Stunden schlafen, bis um 6 Uhr morgens wieder der Wecker klingelte. Eigentlich wollten wir uns auf den Weg nach Isiolo machen, aber wir suchten dann doch zunaechst das oertliche Krankenhaus auf. Da wir so frueh aufgestanden waren, erreichten wir das Krankenhaus schon vor 7 Uhr, wo wir allerdings auf keinen Arzt trafen. man sagte uns, dass gerade die Nachtschicht vorbei sei und die naechste Schicht erst um 8 Uhr beginnen wuerde, so hiess es also mal wieder warten und ich stellte mir die Frage, was eigentlich in Kenia passiert, wenn man einen Herzinfakt hat und dringend einen Arzt benoetigt. Im Notfall waer man in Marsabit auf jeden Fall ziemlich aufgeschmissen.
Um 8 Uhr durfte ich dann zumindest schon einmal die Krankenhausgebuehr bezahlen (weniger als 50 Cent), ohne ueberhaupt mit jemanden gesprochen zu haben. Mit der Quittung wurde ich dann in ein Buero geschickt, wo eine Aerztin (?) dann eine Art Krankenschein fuer mich ausfuellte und mich fuer einen Bluttest zum Labor schickte. Dort angekommen wurde ich jedoch zunaechst wieder weggeschickt, da ich den Bluttest erst bezahlen musste (wieder ca. 50 Cent). Mit dieser Quittung in den Haenden durfte ich dann endlich gepiekst werden und nach ca. 20 Minuten Wartezeit wurde ich mit einem neuen Zettel zurueck ins Buero geschickt. Dort wurde mir dann mitgeteilt, dass ich Malaria haette und Lucy besorgte mir nebenan ein paar Medikamente.
Nach dieser Prozedur suchten wir uns dann ein neues Guest Houseund ich verbrachte den ganzen Tag im Bett. Die Medikamente schlugen allerdings sehr schnell an, sodass wir am naechsten Morgen problemlos mit dem Bus nach Isiolo aufbrachen. Aufgrund der Strassenverhaeltnisse und meinem noch nicht ganz fitten Gesundheitszustand war der erste Teil der Fahrt eine ziemliche Tortur. Nach der Mittagspause, gluecklicherweise hatte ich keinen Appetit, kamen wir nach langer Zeit endlich wieder auf eine geteerte Strasse und der Rest der Fahrt war sehr viel angenehmer.
In Isiolo verbrachten wir dann nur eine Nacht und machten uns am naechsten Tag auf dem Weg nach Nairobi. Nachdem wir uns von Lucy, die direkt nach Embu fuhr und Sabeth und Niklas, die noch ein bisschen in Isiolo bleiben wollten, verabschiedet hatten, stiegen wir das erste Mal nach langer Zeit mal wieder in ein Matatu. In Nairobi angekommen mussten Simon und ich uns leider noch von Charlotte und Jana verabschieden, die nach Mombasa aufbrachen und Simon und ich machten uns auf den Weg zurueck nach Tania.
Zusammenfassend war diese Reise wohl die abenteuerlichste, die ich in Kenia gemacht habe und ich moechte sie definitiv nicht missen! Ausserdem kann ich, was Malaria angeht, jetzt endlich mitsprechen und ich fand es eigentlcih ziemlich harmlos, da die Medikamente wirklich schnell anschlagen. Nur bloed das ich eigentlcih extra Malaria- Prophylaxe dabei hatte
Ich hatte sie zwar nur unregelmaessig genommen, aber vielleicht war es deshalb auch nicht so schlimm. Des Weiteren ist der Norden definitiv nicht so gefaehrlich wie alle sagen oder wir haben einfach ziemlich viel Glueck gehabt
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Date: 15. Mai 2012