Montag, 21 of Mai of 2012

Mein Dezember in Kenia

Der Dezember in Kenia vergeht fuer mich wie im Flug. Da Schulferien sind und in Tania nur noch sehr wenige Kinder zurueckgeblieben sind (ca. 10), durften Simon und ich die Zeit zum Reisen nutzen und wurden von den Direktoren schon fast dazu gedraengt, da sie Einiges erledigen wollten. zum Beispiel sollte das Haus von den ganzen Kakerlaken befreit werden und dafuer wurde mein Zimmer als Notunterkunft benoetigt. trotzdem habe ich immer ein verdammt schlechtes Gewissen  wenn wir reisen, denn das fuehrt mir immer wieder vor Augen , dass die Arbeiter von Tania diesen Luxus nicht besitzen, da zum einem das Geld fehlt und zum anderen immer jemand auf die Kinder aufpassen muss. Ein paar Arbeiter koennen zum Beispiel noch nicht einmal ueber Weihnachten ihre Familien besuchen.

Trotzdem ist es fuer mich auch ganz gut mal aus dem Projekt herauszukommen und etwas Neues zu entdecken und andere Freiwillige zu besuchen. Arbeit gab es fuer mich in Tania ohnehin nicht mehr viel, da die Kinder hier sehr selbststaendig sind und viel selbst erledigen. Durch die staendige suche nach aufgaben schwand meine Motivation auch immer mehr, vor allem da ich bei meiner Arbeitseinstellung oft eher belaechelt werde und man mich dazu auffordert mal eine pause zu machen und mich auszuruhen, obwohl ich nicht mehr getan habe als Sukuma, Spinat und Zwiebeln zu sammeln und zu schneiden :D .

Anfang Dezember bin ich dann letztendlich mit Simon nach Kisii aufgebrochen, da wir von einem Lehrer Tanias zu sich nach Hause eingeladen worden waren, was wir uns natuerlich nicht entgehen lassen wollten. Kisii hat mich als Stadt allerdings nicht besonders umgehauen, denn Kisii ist relativ klein und es gibt nicht viel zu sehen.Ausserdem hat es staendig geregnet…Allerdings eignet sich die Umgebung aufgrund des Klimas prima fuer den Anbau von Tee, Kaffee, Bananen und Orangen…ueberall konnte man Fruechte kaufen und die grossen Felder bewundern. Zudem hatten wir die Moeglichkeit eine Teefabrik zu besichtigen , was echt interessant war und meinem Bauchgefuehl nach auch nur aufgrund unserer hautfarbe zu diesem Zeitpunkt moeglich war. Mit solchen Vermutungen muss man aber immer sehr vorsichtig sein, um nicht immer gleich etwas schlechtes in die Absichten der Kenianer hineinzuinterpretieren. Das passiert hier leider sehr schnell, wobei es oft auch nicht ganz unberechtigt ist….aber eben auch nicht immer. Gewohnt haben wir bei der Grossmutter des Lehrers, etws ausserhalb von Kisii. Die Grossmutter ist echt verdammt cool! 65, aber top fit! sie ist immer barfuss gelaufen,hat viel getanzt, Witze erzaehlt und gelacht. ausserdem hat sie mich und Simon zwar wie Gaeste behandelt, aber aber uns trotzdem helfen lassen und uns allgemein wie alle anderen Kenianer behandelt. Das Leben dort war dann auch etwas einfacher als ich es von Deutschland, oder auch Tania gewohnt bin. Da die Batterie leer war gab es bis zu unserer Abreise, nach ca. 5 Tagen keinen Strom und auch fliessendes Wasser gab es dort nicht. Gewaschen haben wir uns mit Regenwasser bzw. wurden die Zaehne mit Trinkwasser geputzt, was man wohl eher als Katzenwaesche bezeichnen kann. Bei den Toiletten handelte es sich um die typischen Plumpsklos draussen im Garten. Schon beeindruckend wie tief diese Loecher sind, hatte jedes mal Angst meine Taschenlampe reinfallen zu lassen xD. Das ist schon eine neue Erfahrung gewesen und ich habe mich nach den paar Tagen sehr auf die Dusche in Tania gefreut. Geschlafen habe ich dann bei Hope, der Enkelin, die ihr Bett netterweise mit mir geteilt hat. Hope war echt super nett, sodass ich ihr zum Abschied noch einen Speckstein Delphin geschenkt habe. Was die Stimmung leider ein wenig getruebt hat, war das Verhaeltnis zu dem Lehrer, der uns ja eingeladen hatte. Im Vorfeld hatten wir uns bereits dazu bereit erklaert ihm einen Geldbetrag fuer die Lebensmittel und seine Grossmutter, quasi als Gastgeschenk,  zukommen zu lassen. Allerdings wollte der lehrer waehrend unseres Aufenthalts immer mehr Geld von uns, was wir natuerlich nicht eingesehen haben, da er schon einen grosszuegigen Betrag erhalten hatte der auf jeden Fall ausreichend war. Wir haben ihm dann freundlich unsere Situation erklaert und versucht ihm zu verdeutlichen, dass wir zwar aus Dweutschland kommen, aber trotzdem, nicht mit Geld um uns werfen koennen. Er meinte zwar das er das verstehen wurde, aber wir haben davon leider nicht viel gemerkt. trotzdem gab es auch viele schoene Erlebnisse und Ausfluege die wir gemeinsam gemacht haben. Zum Berispiel gibt es in Kisii ein grosses Speckstein (Soap Stones) Vorkommen und wir haben uns angesehen wie die Steine abgebaut und verarbeitet werden. Da entstehen wirklich tolle Sachen und es ist sehr beeindruckend wie begabt die ganzen Kuenstler mit den Steinen und einfachsten Hilfsmitteln hantieren. Ausserdem sind wir fuer einen Tag nach Kisumu, zum Lake Victoria, gefahren. Kisumu ist wirklich ein kleines, nettes Staedchen mit einem tollen Markt und sehr viel Fisch. Am See haben wir uns dann auch einen frischen Tilapia mit Chapati und Spinat gegoennt, war echt lecker! Das war fuer mich gleichzeitig der erste Fisch den ich ganz gegessen habe bzw. wo wirklich noch alles dran war und der nicht an ein Fischstaebchen erinnert hat. letztendlich hat sich dieser Ausflug auf jeden Fall gelohnt! Nach unserem Besuch in Kisumu ging es dann fuer einen Tag zurueck nach Tania und dann haben wir uns auf den Weg nach Mombasa gemacht. Von dem regnerischen Wetter hatten wir naemlich definitiv die Nase voll. so kalt und regnerisch stellt man sich Kenia nun wirklich nicht vor. Die Hinfahrt war ziemlich anstrengend, da wir zunaechst nach Nairobi mussten, wo wir unser neues Visum bekommen haben und dann ueber Nacht, ca. 7 Stunden, mit einem Nachtbus nach Mombasa gefahren sind. Dort wurden wir dann von fast unertraeglicher Hitze in Empfang genommen, sodass wir uns mit unerem gepaeck sofort zum Strand begeben haben und in die Fluten gesprungen sind. Das war echt toll, denn wir waren ja schon um ca. 7 Uhr morgens in Mombasa und hatten daher den traumhaften Strand fast fuer uns alleine. In Mombasa fuehlt man sich wirklich wie auf den Malediven. Die Straende sind von Palmen umgeben, der Sand ist sehr fein und schneeweiss und das Meer ist klar und tuerkisblau. Untergekommen sind wir dann gluecklicherweise bei zwei anderen VIA Freiwilligen, Jana und Charlotte, die in Mombasa leben und zudem noch besuch von zwei anderen Freiwilligen aus Kisumu, Anne und Hannah, hatten. So waren wir eine ziemlich grosse Gruppe und hatten viel Zeit uns auszutauschen, Mombasa zu erkunden und weitere Reiseplaene zu schmieden. Mombasa als Stadt ist auch echt toll, es gibt gigantische Maerkte mit arabischen Flair, vielen Fruechten, Gewuerzen und tollen Stoffen. Nach ein paar Tagen Mombasa schlossen wir uns dann Charlotte, Jana und Hannah an und sind mit ihnen nach Watamu und Malindi gereist. Watamu war auch wieder traumhaft schoen und ich war das erste Mal schnorcheln, was echt Spass gemacht hat. Watamu ist zudem ein echt niedliches, kleines, gemuetliches Staedchen was sehr italienisch gepraegt ist. Malindi war im vergleich zu Watamu dann eher etwas enttaeuschend, da es sich dabei um eine etwas groessere Touristenstadt handelt. Allerdings war ich dafuer sehr vom Meer begeistert, denn dort gab es endlich richtig hohe Wellen, die mich sehr an Sylt erinnert haben (wenn man mal den Temperarturunterschied ausser Acht laesst).Abends sassen wir dann immer noch recht lang mit einem kleinen Bierchen am Strand, echt schoen, so fuelt sich Urlaub an! Nach ca. 2 Tagen Mombasa ging es dann auch schon wieder weiter. Mit Jana und Charlotte wollten wir in ein Massai- Dorf, in welchem Nils und Dominik wohnen, die mit uns ja schon im Hells Gate National Park gewesen waren. Die Beiden haben dort ein Haus fuer sich allein und haben uns ca. 6 Tage bei sich aufgenommen. Die Umgebung hat mich schon sehr an Kiserian erinnert, denn dort leben die beiden auch mehr oder weniger im Nichts und sind nur von der Savanne und ein paar Bergen umgeben. Sehr idyllisch! Viel machen konnten wir dann dort auch nicht, sodass wir viel wandern waren und ansonsten Schach und Romee gespielt haben. Hoert sich vielleicht etwas langweilig an, aber es war eine echt lustige Zeit. Habe lang nicht mehr so viel in so kurzer Zeit gelacht. Abends sassen wir dann oft am Lagerfeuer und haben Musik gehoert, einfach nur schoen. Getruebt war die Stimmung dann ein wenig durch Nils, der leider krank wurde und wahrscheinlich  auch immer noch ist. Gute Besserung an dieser Stelle! Jetzt sitze ich gerade in einem Internet Cafe in Kiserian und wundere mich immer noch ueber mein Zimmer, welches waehrend meiner Abwesenheit blau gestrichen wurde. Sieht nicht schlecht aus :) . Jetzt muss ich noch ein paar Vorbereitungen treffen, da es ueber Weihnachten mit meinen Gasteltern nach Meru geht und wir Sylvester wahrscheinlich wieder mit den anderen Freiwilligen in Mombasa verbringen werden. Weihnachtsstimmung kommt hier allerdings nicht wirklich auf…dafuer ist es zu warm und der ganze weihnachtliche Krims Krams fehlt. Mittlerweile frue ich mich aber auch schon riesig auf den Schulanfang im Januar. Bin schon sehr auf die neuen Lehrer und Schueler gespannt und habe ein paar neue Ideen fuer den Unterricht, die ich hoffentlich umsetzen kann.

Jetzt wuensche ich euch aber erstmal ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, sowie einen guten Rutsch ins Jahr 2012! berichte euch im naechsten Blog dann von Weihnachten, Sylvester und vlt ja auch schon dem Schulanfang. Vielleicht ist mein Laptop dann ja auch wieder funktionstuechtig und ich kann mich oefter melden.


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